Allgemeines18.05.2015

Wing Tai-Lehrgang in der Kampkunstschule Regensburg - Lebendig trainieren, lebendig denken, lebendig sein!

Die Themen des Wing Tai Lehrgangs am 09.-10.05.2015

Tag 1: 

Beginn mit Wing Tai Protection, dem intelligenten Selbstverteidigungskonzept. 
Auf sympathische Art und Weise veranschaulichte uns, Verbandsleiter Ong-Tai Heinrich Pfaff, die wichtigen Unterschiede zwischen den Begriffen Kampfsport, Kampfkunst und Selbstverteidigung. Diese werden leider fälschlicherweise von den meisten in einen Topf geworfen.   
Selbstverteidigung ist für die Menschen, die nicht kämpfen wollen.

Um dem aggressiven Druck entgegen wirken zu können übten anschließend alle Teilnehmer die notwendigen, grundlegenden Konzepte. Dass es hier um viel mehr geht als um Techniken oder um irgendwelche “Tricks”, wurde jedem sehr schnell klar. Denn mit wahllosen Techniken (hundert verschiedene Techniken auf hundert verschiedene Angriffe) wie sie leider oft außerhalb des Wing Tai vielen Laien gezeigt werden, kommt man gegen einen Aggressor meist nicht weit. Unter Angst und Stress eine Entscheidung zu fällen wird meist nicht funktionieren. 
Wichtiger wäre es, sich ein konzeptionelles Verteidigungsverhalten anzueignen, indem die Aktion des Angreifers keine allzu große Rolle spielt.
Ong-Tai Heinrich Pfaff ging hauptsächlich auf die 3 wichtigsten Bewegungen im Level 1 ein, da viele Teilnehmer zum ersten Mal speziell das neue Wing Tai Protection mitgemachten. “Wenig gegen Vieles” war hier das Motto. Und es wurde so manchem zum ersten Mal bewusst, dass eine konzeptionelle und lebendige Arbeitsweise sehr viel mehr wert ist als viele Techniken.
Nach der Pause ging es weiter mit “Wing Tai Weapons“,   dem Waffensystem des Wing Tai.
30 Prüflinge hatten sich zur Prüfung der jeweiligen Levels angemeldet. Alle zeigten eine gute Leistung, da sie Nok-Tai Thomas Luber, der Schulleiter von Wing Tai Regensburg,  gut darauf vorbereitet und Diese dann auch sehr fleißig und gut motiviert dafür trainiert hatten.

Tag 2: 

Am Sonntag ging es dann mit dem Wing Tai Art, der waffenlosen Kampfkunst-Systematik, weiter.
Das lebendige Reiztraining hatte hier oberste Priorität. Denn “tote” Bewegungsabläufe werden in erster Linie im Wing Tai nicht trainiert. Sobald man die neuen Bewegungsabläufe kennengelernt hat und die Muster sich eingeprägt haben, wird das Training umgestellt und der Schüler muss nun auf verschiedenste, möglichst unvorhersehbare Reize reagieren können. Somit bleibt das Training immer sehr lebendig, realistisch und auch der Effekt des Lernens ist enorm.
Gleich einem Tanz, indem die Schritte festgelegt sind und beide Beteiligten schon vorher wissen, welche Schritte sie als nächstes machen - denn so wäre das bloße Üben von Bewegungsabläufen. Im Kampf jedoch bezwecken wir genau das Gegenteil: 

Der Gegner soll möglichst nicht wissen, wann welche Aktionen von uns kommen.

Ein weiterer, positiver Effekt dieser Art des Trainings ist es, dass wir als Reizgeber erfahren, wie jemand auf unsere Impulse reagiert, was wir wiederum ausnutzen können um einen Kampf für unseren Vorteil zu lenken.
Diese Art zu trainieren ist ein wesentliches Merkmal im Wing Tai!

Lebendig trainieren, lebendig denken, lebendig sein!